Museen im Landkreis Tirschenreuth

Strahlende Kuriositäten im Alltag

Radioaktivität begegnet uns heute meist im Zusammenhang mit Medizin, Forschung oder Energiegewinnung. Dass radioaktive Stoffe aber auch in zahlreichen Alltags- und Gebrauchsgegenständen zu finden waren, wissen wohl die wenigsten. Eine neue Sonderausstellung im Gelebten Museum Mähring zeigt, wie vielfältig radioaktive Materialien früher eingesetzt wurden – und teilweise bis heute in historischen Gegenständen zu finden sind.

Den Auftakt bildet am Samstag, 10. Oktober 2026, um 19 Uhr ein Einführungsvortrag im Schützenheim Mähring. Ing. František Malý aus Aš nimmt die Besucher in zwei Teilen mit auf eine ungewöhnliche Reise durch die Geschichte radioaktiver Materialien: Unter dem Titel „Uran von seiner schöneren Seite“ geht es zunächst um die unterschiedlichen Verwendungen von Uran. Der zweite Teil widmet sich dem Thema „Radium als Elixier der Ewigen Jugend und Gesundheit“ und zeigt, wie Radium einst mit erstaunlichen Heils- und Schönheitsversprechen verbunden wurde. Der rund einstündige Vortrag mit PowerPoint-Präsentation dient als Einführung in die Ausstellung. Anschließend geht es gemeinsam ins Gelebte Museum, wo die  Sonderausstellung offiziell eröffnet wird.

Zu entdecken gibt es dabei eine erstaunliche Vielfalt historischer Gegenstände: Modeschmuck, Porzellanfiguren, Uhren mit Leuchtziffern, Aschenbecher, Gläser, Schalen und Vasen, Tee- und Bowleservices, Porzellangeschirr mit Schwarzumdruck, einen Rosenkranz, Zähne sowie historische Produkte wie Radiumseife und Zahncreme. Auch Lichtschalter, Fliesen und viele weitere ungewöhnliche Objekte gehören zur Ausstellung.

Die Ausstellung macht damit ein Stück Alltagsgeschichte sichtbar, in der die besonderen Eigenschaften radioaktiver Stoffe ganz selbstverständlich genutzt und beworben wurden. Sie zeigt, wie sich der Umgang mit Radioaktivität im Laufe der Zeit verändert hat und lädt dazu ein, bekannte Alltagsgegenstände einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten.

Für die Präsentation wurde ein Strahlenschutzkonzept erarbeitet. Die Ausstellung ist beim Landratsamt Tirschenreuth, Sachgebiet Immissionsschutz, angemeldet. Dabei wird sichergestellt, dass die für die Bevölkerung geltenden Dosisgrenzwerte eingehalten werden.

Die Sonderausstellung soll mindestens ein halbes Jahr zu sehen sein.
Weitere Öffnungstermine zum Auftakt im Oktober:
Sonntag, 11. Oktober 2026, 14–17 Uhr
Sonntag, 25. Oktober 2026, 14–17 Uhr


Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!